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Deutschland immer stärker im Visier der Private Equity-Fonds

Trotz weltweiter Kreditkrise wollen internationale Beteiligungskapitalgeber ihr Engagement in Deutschland deutlich ausweiten, wie aus dem "Private Equity Trend Report 2008" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht. So wollen bis 2013 insgesamt 62 Prozent der befragten Fondsmanager hierzulande aktiv sein, derzeit sind es erst 46 Prozent. Jede zehnte Gesellschaft plant, in den nächsten fünf Jahren ein neues Büro in Deutschland zu eröffnen.

"Deutschland ist für Private Equity-Fonds in erster Linie wegen der Innovationskraft deutscher Unternehmer sowie seiner überdurchschnittlichen Wertsteigerungsperspektiven attraktiv. Internationale Fonds werden sich in Deutschland trotz der Verschlechterung des regulatorischen Umfelds mittelfristig noch erheblich stärker engagieren", prognostiziert Richard Burton, der bei PwC auf europäischer Ebene den Bereich Private Equity verantwortet.

Beim Vergleich mit anderen Ländern halten nur noch 22 Prozent der Befragten die Investitionsbedingungen in Deutschland für gut oder sehr gut, während in der Umfrage von 2007 noch 32 Prozent dieser Ansicht waren. Umgekehrt bewerten mittlerweile 36 Prozent der Fondsmanager die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts als schlecht oder sehr schlecht (2007: 23 Prozent).

Für die Studie befragte PwC weltweit 127 Manager international aktiver Private Equity-Fonds. Gut jeder fünfte Fonds verwaltet ein Beteiligungskapital von mehr als einer Milliarde Euro.

Trotz wachsender internationaler Konkurrenz ist Deutschland für 13 Prozent der Befragten der Standort mit dem höchsten Wertsteigerungspotenzial in den kommenden fünf Jahren und damit international an erster Stelle, gefolgt vom Vereinigten Königreich (11 Prozent), den USA und Polen (jeweils 8 Prozent).

Angesichts der guten Perspektiven nimmt die Konkurrenz um Beteiligungsziele in Deutschland zu. Fast die Hälfte der Fondsmanager (46 Prozent) bestätigt bereits einen stärkeren Wettbewerb als 2007. Lediglich 7 Prozent der Befragten meinen, die Konkurrenz habe nachgelassen.

Per Saldo dürfte der Kapitalzufluss aus Private Equity-Fonds nach Deutschland in den nächsten fünf Jahren deutlich steigen. Denn von den derzeit im Inland engagierten Befragten wollen sich nur 5 Prozent aus dem Markt zurückziehen. Umgekehrt planen 20 Prozent der Fondsmanager erstmals eine Investition in Deutschland.

Asien sowie Mittel- und Osteuropa auf dem Vormarsch

Westeuropa bleibt zwar der eindeutige Investitionsschwerpunkt der befragten Fondsmanager, Mittel- und Osteuropa sowie Asien holen jedoch auf. So wollen 44 Prozent der Befragten bis 2013 in einem mittel- oder osteuropäischen Land investieren, derzeit sind es 35 Prozent. Ein Fünftel der Fondsmanager plant Beteiligungen in Asien, bislang haben sich hier lediglich 13 Prozent engagiert. Im Vergleich zur Vorjahresstudie hat sich dieser Trend in Richtung Mittel- und Osteuropa und Asien erheblich verstärkt.

Aktives Portfoliomanagement gefragt

Insgesamt stellt sich die Private Equity-Branche angesichts der schwieriger gewordenen Finanzierung darauf ein, dass die hohen Renditen der Vergangenheit nur noch durch konsequente Umsetzung der Wertsteigerungsmaßnahmen und ein aktives Portfoliomanagement erreicht werden können.

Entsprechend vertrauen die meisten Befragten auf organisches Wachstum ihrer Beteiligungsziele (71 Prozent), Branchenkenntnisse (58 Prozent) sowie Restrukturierungen und die Optimierung des operativen Geschäfts (50 Prozent). "Die Fonds beschränken sich nicht mehr auf die Rolle des passiven Kapitalgebers, sondern steuern verstärkt die strategische und operative Ausrichtung, um den Wert des Investitionsobjekts zu erhöhen", erläutert Burton. "Angesichts der schwierigen Situation auf dem Finanzmarkt ist diese Neuausrichtung unerlässlich. Denn die Fonds müssen konkurrenzfähig bleiben und wollen die Renditen auf historisch hohem Niveau halten."

PwC PriceWaterhouseCoopers

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