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"Exist" vor dem Exitus?

Start-up: Erfolgreiches Programm des BMBF zur Förderung von Hochschulausgründungen steht auf der Kippe. Seit sieben Jahren fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit seinem Programm "Exist" Gründungsnetzwerke an Hochschulen. Etwa 1500 neue Unternehmen sind angeblich daraus hervorgegangen. Doch Ende des Jahres wird die Mittelvergabe auslaufen. Die betroffenen Hochschulen suchen nach Alternativen.

Langsam wird es eng. Nur noch bis Ende des Monats läuft die zweite Förderrunde der Initiative "Exist" (Existenzgründungen aus Hochschulen). Eine jüngst aus dem Boden gestampfte dritte Ausschreibung soll die Galgenfrist noch bis Ende des Jahres verlängern. Was dann kommt, ist offen. Was im Herbst 1998 begann, steht vor dem endgültigen Aus.

Dabei waren die bisher investierten 45 Mio. € gut angelegt: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte 28 Zusammenschlüsse aus Hochschulen, Städten, Forschungs- und Technologiezentren. Vor Ort kamen gründungswillige Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter dadurch in den Genuss einschlägiger Lehrveranstaltungen. Experten in Starterbüros halfen ihnen kostenlos bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Angeblich entstanden so über 1500 neue Unternehmen.

Bedarf an einer hochschulnahen Gründerförderung besteht weiterhin. Das jedenfalls besagt eine vom Forschungsministerium selbst in Auftrag gegebene Erhebung. Die Gutachter empfehlen darin mehr Ideenwettbewerbe an Hochschulen, eine verstärkt fachübergreifende Gründer-Qualifizierung und mehr Finanzierungsinstrumente für die Frühphase von Hightech-Geschäften.

Experten unterstützen diese Ratschläge. Stephan Golla, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gründungslehrstuhl der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel: "Wir müssen vor allem Natur- und Ingenieurwissenschaftlern zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Ausbildung die Alternative der Unternehmensgründung aufzeigen." Einer ebs-Umfrage zufolge können sich nur 6 % der Nachwuchs-Akademiker in Deutschland eine Selbstständigkeit nach Ausscheiden aus der Hochschule vorstellen. Auch der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) zeigt Defizite auf: Bei der Vermittlung von Gründungskenntnissen an Schulen und Hochschulen landet Deutschland nur auf dem 25. von 34 Plätzen. "Dies ist bedenklich, weil viele Werte und Einstellungen, die die spätere Gründungsneigung steuern, bereits bei Heranwachsenden von deren Umfeld geprägt werden", erklärt Wirtschafts-Professor Rolf Sternberg, Koordinator der Studie.

Doch das BMBF zögert: Eine Veranstaltung im Juni, auf der die künftige Exist-Struktur vorgestellt werden sollte, wurde bis auf weiteres verschoben.

Positiv für Gründer ist, dass zumindest das Förderprogramm "Exist-Seed" fortbesteht. Seit Anfang des Jahres unterstützt es bundesweit Studenten und Wissenschaftler mit einer halben Stelle an Hochschulen, befristet auf ein Jahr. Zusätzlich können Gelder für Sachmittel beantragt werden. Je nach Größe des Teams stellt der Bund mit Hilfe der EU jeweils mehr als 100 000 € zur Verfügung. Es ist geplant, das Angebot bis zum Jahr 2010 fortzuführen. Die Nachfrage ist bisher aber gering: 70 Anträge wurden in der letzten Runde im Mai gestellt; 35 wurden bewilligt - kaum mehr als zwei pro Bundesland. Ursache dafür ist zum einen die mangelnde Bekanntheit des Programms. Zum anderen spielt auch eine Novelle des Arbeitnehmererfindergesetzes eine Rolle: Seit 2002 sind Angestellte einer Hochschule verpflichtet, ihre Erfindungen dem Arbeitgeber zur Verwertung anzubieten. Schnelle Entscheidungen und Geschäfte auf eigene Rechnung werden dadurch erschwert - für Gründer denkbar ungünstig.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es für Biotech-Gründer. Im März 2006 wird laut BMBF das Förderprogramm "ExistGo-Bio" ausgeschrieben. Im Zeitraum von zehn Jahren sollen 150 Mio. € zur Verfügung gestellt werden. Einzelne Teams können davon bis zu 3 Mio. € erhalten. Eine Ausweitung der Initiative auf andere Hochtechnologien sei "geplant". Konkrete Details wurden aber noch nicht bekannt gegeben.

Um nach dem Ende von "Exist" nicht mit leeren Händen dazustehen, versuchen viele Hochschulen jetzt, ihre Angebote mit Hilfe regionaler Partner zu stärken und Landesregierungen von einer Förderung zu überzeugen. Ein Beispiel ist der Existenzgründungsimpuls "Keim". Von 1998 bis 2005 wurde der Zusammenschluss der Karlsruher Hochschulen mit 13,4 Mio. € vom Bund unterstützt. Seit April fördert das Landeswirtschaftsministerium die Initiative. "Das Ziel ist es, Gründer auf dem Campus noch stärker direkt zu unterstützen und den Anteil innovativer Gründungen durch Frauen zu erhöhen", so Minister Ernst Pfister. Bis 2007 stehen 850 000 € zur Verfügung.


"Exist" im Überblick

- Fördermaßnahme des BMBF zur Schaffung einer Kultur der Selbstständigkeit an Hochschulen

- Fördervolumen: 45 Mio. €

-28 regionale Netzwerke werden gefördert, darunter etwa "bizeps" (Wuppertal/Hagen), "Push!" (Stuttgart) oder "Saxeed" (Südwestsachsen)

- Förderdauer: 9/1998 bis 12/2005

- Ergebnisse: Begleitung von 1500 Gründungen, Einrichtung von Beratungsstellen und Lehrangeboten für Gründer, Finanzierung von Inkubator-Angeboten, Förderprogramm "ExistSeed" für Technik-orientierte Gründungen in der Frühphase.

S. Huetz, Stefan Asche (VDI nachrichten)

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