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Global Private Equity Barometer von Coller Capital: Investoren wollen auslaufende Engagements 2010 nicht erneuern

Mehr als drei Viertel aller Private-Equity-Investoren (LPs) weltweit werden auslaufende Engagements 2010 aus Unzufriedenheit mit dem Management und der Transparenz der Fonds nicht erneuern. Die Einstellung gegenüber Private Equity hat bei vielen Investoren innerhalb ihrer eigenen Organisation massiv Schaden gelitten. Zwei Drittel der Investoren haben seit der Finanzkrise das Management ihrer Private-Equity-Aktivitäten verändert. Für 2010 wird eine starke Zunahme beim Abruf zugesagter Gelder (Cash Calls) erwartet - 2010 wird ein gutes bis hervorragendes Jahr für Erstinvestitionen von Private-Equity-Fonds (GPs).

Mehr als drei Viertel aller Private-Equity-Anleger (Limited Partners, LPs) werden sich 2010 nicht an neuen Fonds ihrer bisherigen Fondsmanager (General Partners, GPs) beteiligen. Gründe hierfür sind Bedenken hinsichtlich des Reportings und möglicher Interessenkonflikte der GPs sowie Unzufriedenheit mit den Fondsbedingungen. Dies ergab das jüngste "Global Private Equity Barometer" von Coller Capital, London, dem weltweit führenden Investor im Sekundärmarkt für Private Equity.

79 Prozent der LPs lehnen so genannte Re-ups wegen der Fondsbedingungen ab (bei der Umfrage vor einem Jahr waren es 57 Prozent). 76 Prozent nennen mangelnde Transparenz der GPs als Grund (Vorjahr 39 Prozent). Ebenfalls 76 Prozent verweisen auf mögliche Interessenkonflikte (Vorjahr 51 Prozent).

Die Renditeerwartungen der Private-Equity-Anleger sind während des letzten Jahres drastisch gesunken. Der Anteil der Investoren, die in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Nettorendite von 16 Prozent und mehr erwarten, ist auf 29 Prozent gefallen (Vorjahr 43 Prozent). Viele LPs berichten, dass die schlechte Performance von Private Equity in der Weltwirtschaftskrise die Einstellung in ihrer eigenen Organisation gegenüber dieser Anlageklasse massiv beschädigt hat. Insbesondere in Europa und Asien sagt dies die Hälfte aller Investoren, in Nordamerika sind es 28 Prozent.

Zwei Drittel aller Investoren haben in Folge der Krise das Management ihrer Private-Equity-Engagements verändert. 60 Prozent von ihnen haben die Investmentkriterien geändert und sind jetzt weniger risikobereit. Etwa die Hälfte hat das Prüfungsverfahren vor einem Neuinvestment (Due Diligence) verschärft. Ebenfalls die Hälfte fordert ein besseres Reporting von ihren Fondsmanagern. Zudem haben 40 Prozent der LPs ihre eigenen Teams verstärkt.

Kommentar von Jeremy Coller, Chief Investment Officer von Coller Capital: "Für viele Private-Equity-Investoren gilt im Moment: Gebranntes Kind scheut das Feuer. Langfristig wird die Anlageklasse auf jeden Fall weiter wachsen. Aber für viele Anleger ist es jetzt sehr schwierig, Private-Equity-Investments intern zu begründen. Die GPs ihrerseits müssen den LPs nun beweisen, was sie können. Man sollte aber bedenken, dass erst seit rund 15 Jahren überhaupt große Kapitalbeträge in die Anlageklasse Private Equity fließen. Ich denke, in ein paar Jahren werden wir beim Rückblick auf den gegenwärtigen Umbruch diese Phase als einen Reifeschritt der Branche sehen."

Ausblick und Chancen

Über drei Viertel der Anleger erwarten im Laufe des Jahres 2010 einen signifikanten Anstieg beim Abruf zugesagter Gelder (Capital Calls). Das gilt insbesondere für nordamerikanische Investoren, von denen 84 Prozent mit einer kräftigen Steigerung in den nächsten zwölf Monaten rechnen. Nach Meinung der LPs dürfte es für dieses Geld gute Anlagemöglichkeiten geben: 85 Prozent von ihnen halten 2010 für ein gutes oder sogar hervorragendes Jahr für Erstinvestitionen der GPs in neue Portfoliounternehmen.

Zwei Drittel der Private-Equity-Investoren rechnen 2010 mit wachsenden Mittelrückflüssen aus ihren Fonds - ein deutlicher Wandel gegenüber der Umfrage vor einem halben Jahr, als 74 Prozent sinkende Rückzahlungen erwarteten. Die meisten, nämlich 67 Prozent, halten aber den bevorstehenden Zuwachs für moderat. Nur ein Viertel rechnet mit einer signifikanten Steigerung in den nächsten zwei Jahren.

Aus Sicht der Anleger sind Buyouts in Nordamerika und Europa mit einem Volumen von unter einer Milliarde US-Dollar im Moment das beste Investitionsziel, gefolgt von Wachstumsfinanzierungen in der Region Asien-Pazifik. Allgemein gelten Investitionen in insolvente Firmen und solche, die sich in einem gesetzlichen Restrukturierungsverfahren befinden (Chapter 11), als besonders lohnend, ebenso der Einstieg in Unternehmensbereiche, die von ihrer Muttergesellschaft abgestoßen werden.

Bezüglich der kurzfristigen Chancen im Bereich Venture Capital bewerten 52 Prozent der LPs den nordamerikanischen Markt als gut und sehen ihn damit deutlich positiver als den Markt in Europa und Asien.

Sekundärmarkt

Das aktuelle Global Private Equity Barometer zeigt auch, wie sehr in den letzten Jahren das Verständnis der Investoren für den Sekundärmarkt zugenommen hat. Sie sehen heute diesen Markt als ein wichtiges Instrument, wenn die Portfoliozusammensetzung oder das Liquiditätsprofil verändert werden sollen. 92 Prozent der Befragten nennen Liquiditätsbeschaffung als Grund, warum Anleger Investmentpositionen im Sekundärmarkt verkaufen. 2007 waren dies nur 27 Prozent. Die Neuausrichtung eines Private-Equity-Portfolios geben 82 Prozent als möglichen Grund an - gegenüber nur 39 Prozent im Jahr 2007.

Placement Agents

Die meisten Investoren, nämlich 67 Prozent, planen trotz der jüngsten Skandale keine Verschärfung ihrer Regeln für Placement Agents, also Dienstleister, die für Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds Kapital einwerben. Sie halten ihre bestehenden Schutzmechanismen für ausreichend. Nur einer von sieben Anlegern will seine Kontrollen auch dann verstärken, wenn es dazu keine neuen regulatorischen Auflagen gibt.

Axel Hansing, Partner bei Coller Capital, zum deutschen Markt: "In Deutschland sind Private-Equity-Investments aus verschiedenen Gründen in institutionellen Portfolien noch immer stark unterrepräsentiert. Die Verwerfungen infolge der Weltwirtschaftskrise werfen uns leider deutlich zurück in den Bemühungen, hier an das internationale Niveau Anschluss zu finden."

Coller Capital

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