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VuV-Stimmungsbarometer: Unabhängige Vermögensverwalter erwarten keine drastischen Rückschläge an den Börsen

Die Aktienmärkte haben bereits den durch die Finanzmarktkrise ausgelösten Tiefpunkt gesehen. Es wird keine weiteren drastischen Rückschläge an der Börse (DAX unter 4.400 Punkte) geben. Dieser Meinung sind die unabhängigen Vermögensverwalter mehrheitlich. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV) unter seinen Mitgliedern hervor. An der Umfrage nahmen 64 Finanzexperten im Zeitraum vom 24.08. bis zum 02.09.2009 teil. "Rund 60 Prozent der Befragten gehen allerdings davon aus, dass die Finanzmärkte derzeit überhitzt sind", so Günter T. Schlösser, Vorsitzender des Vorstandes des VuV. "In den vergangenen Monaten ist viel Kapital freigeworden, das nun bei dem sich abzeichnenden Aufschwung rasch investiert wurde. Ob die Fundamentalwerte die Kursgewinne in jedem Fall stützen, ist zweifelhaft."

Befragt zu den aussichtsreichsten Anlageklassen auf Sicht von zwölf Monaten nannten die unabhängigen Vermögensverwalter vor allem Aktienfonds (78 Prozent) und Aktien (Standardwerte 81 Prozent, Nebenwerte 55 Prozent; Mehrfachnennungen möglich). Hier wird auch das beste Rendite/Risiko-Profil gesehen. Ebenso werden Rohstoff-Investments (82 Prozent) und Unternehmensanleihen (67 Prozent) zur Anlage empfohlen. Dagegen raten jeweils über die Hälfte der Experten (60 bzw. 56 Prozent) von Investitionen in Hedge Fonds und Private Equity klar ab, ebenso von Geldmarktfonds (55 Prozent). "Gerade Hedge Fonds haben in der Krise an Glaubwürdigkeit verloren und ihr ursprüngliches Versprechen, gerade auch in einer Baisse Gewinne zu machen, nicht halten können", erklärt Schlösser diese Umfrageergebnisse.

Mit Blick auf die Chancen in den einzelnen Ländern setzen die Finanzportfolioverwalter vor allem auf Asien ex Japan (48 Prozent) und die BRIC-Staaten (34 Prozent). Die schlechteste Performance in den kommenden zwölf Monaten werden nach Meinung von 34 bzw. 27 Prozent Nordamerika und Europa bringen. Hinsichtlich der Branchen stehen auf Sicht von zwölf Monaten Versorger und die Rohstoff-Branche auf dem Einkaufzettel der Befragten. Diese bewerten 32 bzw. 34 Prozent als aussichtsreichste Industriezweige. Als größte Verlierer werden die Automobil-, Konsumgüter- und Finanzbranche (45 bzw. je 25 Prozent) gehandelt.

Auf die Frage, welches Szenario sie für die kommenden zwölf Monate für das wahrscheinlichste halten, antwortet jeweils rund ein Drittel (31 Prozent) mit Inflation bzw. Stagflation (31 Prozent). Weitere 20 Prozent sind dagegen der Meinung, dass es zu einer Deflation kommen wird. 10 Prozent prognostizieren eine Rezession. Die Höhe der Leitzinsen wird nach Einschätzung einer deutlichen Mehrheit (81 Prozent) in den nächsten zwölf Monaten unverändert bleiben. Hinsichtlich der Volatilität sind 45 Prozent der Finanzportfolioverwalter der Meinung, dass diese sinken wird, während circa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) mit einer unveränderten Schwankungsbreite rechnen. Lediglich 23 Prozent prognostizieren einen Anstieg der Volatilität.

Die unabhängigen Vermögensverwalter verzeichnen nach wie vor großen Zuspruch: Ebenso wie in der Umfrage zu Beginn des Jahres antwortet rund die Hälfte der Finanzportfolioverwalter, dass sie auch in 2009 verstärkt Nachfragen von Kunden registriert. "Gerade jetzt brauchen Kunden Beratung und sie nehmen die unabhängigen Vermögensverwalter verstärkt als Alternative zu Banken wahr", so Verbandsvorsitzender Schlösser. "Dies liegt zum einen in der großen Verunsicherung der Kunden in Bezug auf Anlageentscheidungen begründet, aber auch im stark gesunkenen Vertrauen der Kunden gegenüber Banken." Uneinig sind die Vermögensverwalter bei der Frage, ob sich die Honorarberatung hierzulande gegenüber der Bezahlung von Finanzberatern über Provisionen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Hierauf antwortet die Hälfte der Finanzexperten mit "Ja". "In den kommenden Jahren muss sich zeigen, ob die Mehrheit der Kunden bereit ist, für die Dienstleistung einer unabhängigen Beratung Geld zu zahlen", so Schlösser. "Hier sollte ein Umdenken stattfinden, das gerade durch die konsequente Umsetzung der Offenlegungspflicht hinsichtlich der Provisionen beschleunigt werden kann."

VuV Verband unabhäng. Vermögensverwalter

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