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KfW-Investbarometer: Kälteeinbruch, aber kein Frost

Nach einem starken Wachstum von 8 % in diesem Jahr dürfte die Dynamik der Unternehmensinvestitionen im Jahr 2012 deutlich auf nur noch 0,7 % zurückgehen. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen KfW-Investbarometers. Grund für den erwarteten Rückgang ist die Tatsache, dass sich die deutschen Unternehmen nicht mehr den konjunkturellen Auswirkungen der Banken- und Staatsschuldenkrise im Euroraum entziehen können.

"Wir erleben einen Kälteeinbruch, aber keinen Frost", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Für das kommende Jahr erwarten wir bei den Unternehmensinvestitionen kein negatives Vorzeichen, sondern nur eine - allerdings deutlich spürbare - Wachstumsverlangsamung. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen wird dennoch auch 2012 positiv zu dem von uns prognostizierten BIP-Wachstum von 1,0 % beitragen." Sollte jedoch die Stabilisierung der Schuldenkrise im Euroraum nicht gelingen, könne die Kombination aus hartem Konsolidierungskurs in wichtigen Mitgliedsländern, weltwirtschaftlicher Abkühlung und nervösen Kapitalmärkten eine ausgeprägte Rezession in der Eurozone auslösen. "In diesem derzeit eher unwahrscheinlichen Risikoszenario erwartet die KfW auch für Deutschland ein Abgleiten in die Rezession mit einem Rückgang der Unternehmensinvestitionen von -4,5 % und des BIP von -0,5 %.", so Dr. Norbert Irsch.

Nach dem Basisszenario der KfW werden die Unternehmensinvestitionen trotz des erwarteten Wirtschaftsabschwungs im kommenden Jahr nicht ganz so schnell und massiv einbrechen wie in früheren Abschwungsphasen, etwa 2001/2002. Das aktuell niedrige Zinsniveau stimuliert weiter die Investitionen, wobei künftig für die Unternehmen weniger Investitionen zur Erweiterung sondern vielmehr zur Kostensenkung oder zur Etablierung energie- und rohstoffeffizienter Verfahren interessant sein dürften. Parallel dazu stützt der private Konsum die Investitionstätigkeit binnenwirtschaftlich ausgerichteter Unternehmen.

Im 3. Quartal hatten die Unternehmensinvestitionen insgesamt mit +1,9 % gegenüber dem Vorquartal noch einmal kräftig zugelegt. Die als Frühindikator für die Unternehmensinvestitionen geltende Maschinenbauproduktion signalisiert mit einem Rückgang von aktuell -2,7 % gegenüber dem Vorquartalsdurchschnitt allerdings bereits das Ende des Höhenflugs. Der Grund dafür liegt in der Eurokrise, die über zwei Kanäle auf die Unternehmensinvestitionen wirkt: Zum einen verstärken die Sparbemühungen in öffentlichen Haushalten der Eurozone die Konjunkturabkühlung. Zum anderen belasten Abschreibungen auf Staatsanleihen, die zusätzlichen Eigenkapitalanforderungen sowie die anhaltenden Refinanzierungsprobleme die Kreditvergabekapazität und -bereitschaft der Banken. Dies könnte zu einer Verschlechterung des bisher kaum beeinträchtigten Zugangs deutscher Unternehmen zu Krediten führen.

KfW

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