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Weltwirtschaft: Deloitte Global Economic Outlook sieht Anlass für zaghafte Zuversicht

Das Wachstum der Euro-Zone kehrt zurück, aber langsam. Größtes Wachstumsrisiko bleibt das anhaltende Investitionsdefizit. Eindeutig besser sind die Aussichten für die USA: Die maßgeblichen Kennzahlen weisen auf eine stabile Aufwärtstendenz hin. Für China stehen die Zeichen ebenfalls auf Erholung, jedoch mit angezogener Bremse. Gedämpfter sind die Perspektiven für Indien, jedoch scheint die Talsohle auch hier fürs Erste durchschritten. Japan hingegen überrascht mit einem neuen Ansatz in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der die "verlorenen Jahre" beenden könnte. Das sind einige Ergebnisse des aktuellen Global Economic Outlook von Deloitte für das zweite Quartal 2013.

"Das Schlimmste könnte überwunden sein. Das gilt insbesondere für die Euro-Zone. Glatt dürfte ein Aufschwung jedoch nicht verlaufen. Dafür bestehen noch zu viele Risiken und Herausforderungen für die einzelnen Volkswirtschaften - auch in China und vor allem Indien", erklärt Dr. Alexander Börsch, Leiter Research bei Deloitte.

Euro-Zone: Rekonvaleszenz in Zeitlupe

Trotz der politischen Situation in Italien und des Hilfeersuchens Zyperns: Die Finanzmärkte setzen auf eine Erholung der Euro-Zone. Ein Aufbrechen steht nicht mehr zur Debatte, diese fundamentale Unsicherheiten ist dank der EZB zunächst beseitigt. Die Wachstumsperspektiven verbessern sich, stehen aber noch auf wackligen Beinen: Der Abwärtstrend ist zwar im Großen und Ganzen gestoppt, aber das Wachstum wird bis auf Weiteres kraftlos ausfallen. Für Deutschland sind die Aussichten besser. Nach einem schwachen vierten Quartal 2012 geben die Indikatoren Grund zum Optimismus - auch wenn die maßgeblichen Stimmungsbarometer immer wieder mal nach unten ausschlagen.

Um mittelfristig ein Stagnations-Szenario zu vermeiden sind erhebliche Wachstumshemmnisse zu überwinden - insbesondere fehlende Investitionen, die in der Krise sehr viel stärker gefallen sind als der Konsum oder die Staatsausgaben.

USA: Wendepunkt in Sicht?

Die USA stehen vor einer kräftigen Wachstumsphase - 1,9 Prozent sieht die Prognose. Beschäftigung und Haushaltsvermögen steigen wieder. Die politischen Querelen der vergangenen Monate bremsen die Entwicklung nicht maßgeblich. Stärker ins Gewicht fällt der Exportrückgang im vierten Quartal 2012, der aber nicht in einer nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit begründet ist. Zwar sind Arbeitsmarkt und Zahl der Haushalte noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau, die US-Ökonomie nähert sich aber dem entscheidenden "Tipping Point".

China: Binnennachfrage als Motor fällt (vorerst) aus

Auch China steht vor einer langsamen Erholung - allerdings mit vielen Risiken und ungelösten Problemen. Produktion und Handel wachsen langsamer als erwartet. Der Start ins Jahr 2013 war der schwächste seit 2009, die Binnennachfrage schwächelt nach wie vor gegenüber dem Export. Immerhin stiegen die Exporte in die EU um 16,5 Prozent, in die USA um 15,7 Prozent. Auch die ausländischen Direktinvestitionen legten zu. Ungelöst bleiben Inflation, Umweltbelastung, Immobilienblase sowie extreme soziale Unterschiede. Die BIP-Wachstumsprognose für China liegt bei 8,1 Prozent.

Indien: sanfte Aufwärtstendenz von niedrigem Niveau

Die Entwicklung der indischen Wirtschaft enttäuscht - vor allem wegen der industriellen Schwäche. Auch der Agrarsektor wächst nur leicht, denn das hohe Zinsniveau verhindert größere Investitionen. Die Inflation sank zuletzt, aber die Lebensmittelpreise blieben hoch. Damit steht die indische Politik weiter im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturbelebung. Hinzu kommt die Gefahr einer Abwertung indischer Staatsanleihen aufgrund des hohen Schuldenstandes. Dennoch zeigen sich Experten verhalten optimistisch. Die BIP-Wachstumsprognose sagt 6,1 Prozent für 2013 voraus.

"Eine echte Abweichung zu den vorangegangenen Global-Economic-Outlook-Auflagen ist die Bewertung von Japan. Nach einem Regierungswechsel versucht das Land nach langer, bleierner Stagnation einen neuen Ansatz: So verfolgt die Bank of Japan nun eine aggressivere Politik, die Regierung nimmt verstärkt Schulden für konjunkturstützende Maßnahmen auf und steuert gezielt auf eine Inflationssteigerung zu. Die Märkte reagieren bislang positiv - aber ob die Maßnahmen wirklich greifen, wird erst die Zeit zeigen", ergänzt Dr. Alexander Börsch.

Deloitte

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