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Finanzinvestoren-Studie: "Heuschrecke" ist nicht gleich "Heuschrecke"

Finanzinvestoren schielen nicht unbedingt nur auf die kurzfristige Steigerung der Aktienkurse. Gerade die viel gescholtenen Private Equity Fonds verfolgen oft das Ziel, das Unternehmen langfristig fit für den Markt zu machen. Bei Hedge Fonds scheint das Bild der Heuschrecke, die nur die kurzfristige Steigerung des Börsenwerts im Blick hat, dagegen eher zu stimmen. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und der Technischen Universität München.

Die Forscher nahmen in ihrer Arbeit 57 Private Equity- und 96 Hedge Fonds-Beteiligungen unter die Lupe. Öffentlichkeit und Politik stehen diesen Finanzinvestoren überwiegend kritisch gegenüber: Ihr Engagement sei nur auf kurzfristige Gewinnmitnahmen ausgerichtet und nicht auf den langfristigen Unternehmenserfolg.

Dieses Urteil ist jedoch zu undifferenziert, wie Dr. André Betzer und Jasmin Gider (beide Uni Bonn) sowie Professor Dr. Ann-Kristin Achleitner (TU München) zeigen konnten. Das beginnt schon bei den Geschäftsmodellen: Private Equitiy Fonds zählen zu den geschlossenen Fonds; sie sammeln vor Investitionsbeginn einmalig Geld finanzkräftiger Kapitalgeber ein. Diese Mittel sind dann für eine zuvor festgelegte Laufzeit gebunden. Die Anteilseigner können ihr Kapital nicht vorher abziehen. Kapitalgeber von Hedge Fonds können dagegen relativ kurzfristig aussteigen.

Schon allein aufgrund dieses Unterschieds engagieren sich Private Equity Fonds viel längerfristig als Hedge Fonds: Im Schnitt stellen die Anteilseigner ihr Kapital für zehn Jahre zur Verfügung. Diese lange Laufzeit nutzen Private Equity Fonds für Maßnahmen, die das Unternehmen langfristig fitter für den Wettbewerb machen. Bei Hedge Fonds können die Investoren durchschnittlich nach zehn Monaten ihr Geld wieder abziehen. Hedge Fonds setzen vor allem auf Maßnahmen, die sich kurzfristig auf die Börsenkurse auswirken. Dazu gehören beispielsweise Dividenden-Steigerungen, aber auch spektakuläre Personalentscheidungen.

Universität Bonn

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