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Frauen starten bevorzugt im Nebenerwerb in die Selbständigkeit

504.000 Frauen haben sich im vergangenen Jahr in Deutschland selbständig gemacht; damit sind 35 % aller Gründungen hierzulande von Frauen durchgeführt worden. Dies ergab eine Extraauswertung des KfW Gründungsmonitors 2005. Gegenüber den Anteilen von Frauen an der Gesamtbevölkerung (51 %) und an den Erwerbstätigen (45 %) ist der Frauenanteil bei Unternehmensgründungen damit relativ gering. Das deutet darauf hin, dass das Gründungspotenzial von Frauen in Deutschland noch immer nicht ausgeschöpft ist.

62 % der Gründerinnen (gegenüber 48 % der Gründer) machten sich im Nebenerwerb selbständig. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass Frauen öfter als Männer Kinderbetreuung und -erziehung sowie die Führung privater Haushalte übernehmen. Die nebenberufliche Tätigkeit bietet für sie dabei mehr Flexibilität.

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es bei der Selbsteinschätzung hinsichtlich der persönlichen ebenso wie der fachlichen Eignung, trotz ähnlicher Ausbildung. So bewerten 51 % der Frauen, aber nur 31 % der Männer ihre fachliche Qualifikation als nicht ausreichend für eine Gründung. 54 % der Frauen, verglichen mit 35 % der Männer, gaben an, dass sie nicht über die persönlichen Fähigkeiten für eine Gründung verfügen.

Weitere wichtige Ergebnisse der Auswertung sind:

- 44 % aller Gründerinnen sind im Dienstleistungsbereich aktiv (gegenüber 29 % der Gründer) - vor allem in den Bereichen "Dienstleistungen für Unternehmen" (z. B. Beraterin, Facility Management), "persönliche Dienstleistungen" (z. B. Kosmetikerin, Steuerberaterin) und "Heilberufe, Gesundheits- und Sozialwesen". Während bei "Dienstleistungen für Unternehmen" der Anteil von Frauen und Männern in etwa gleich ist, fallen bei den anderen beiden Bereichen geschlechterspezifische Unterschiede auf: in beiden Bereichen zusammen gründen 27 % der Frauen, aber nur 11 % der Männer.

- Frauen gründen tendenziell später als Männer. 48 % der Frauen sind beim Start in die Selbständigkeit älter als 40 Jahre, bei Männern trifft das nur in 39 % der Fälle zu.

- Mit jeweils über 50 % haben sowohl Männer als auch Frauen Bedarf an finanziellen Mitteln unter 25.000 EUR. Die Anteile von Gründerinnen ohne Finanzierungsbedarf übersteigen jedoch mit 26 % im Vollerwerb bzw. 43 % im Nebenerwerb die Anteile von Gründern ohne Finanzierungsbedarf (22 % im Vollerwerb und 38 % im Nebenerwerb).

- Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen von Gründerinnen ist deutlich niedriger als bei Gründern. Die Hälfte aller Gründerinnen wendet im Vollerwerb weniger als 4.000 EUR und im Nebenerwerb weniger als 150 EUR zur Verwirklichung ihres Gründungsvorhabens auf (Männer: weniger als 5.000 EUR, bzw. 900 EUR). Ein möglicher Grund hierfür: Frauen sind häufiger als Männer im Dienstleistungsbereich aktiv, wo die Gründungsinvestitionen in der Regel niedriger sind als z. B. im verarbeitenden Gewerbe oder in der Baubranche.

Die KfW Bankengruppe fördert Gründer und Gründerinnen über ihre Marke "KfW Mittelstandsbank" mit zugeschnitten Darlehensprogrammen. So gibt es speziell für den kleinteiligen Finanzierungsbedarf das "Mikro-Darlehen" (bis 25.000 EUR) und das "Startgeld" (bis 50.000 EUR). Für Gründungen im Hochtechnologiebereich bietet die KfW Mittelstandsbank u. a. den ERP-Startfonds. Im vergangenen Jahr hat die Bank rund 14.000 Gründerinnen und Gründer mit einem Volumen von 2,0 Mrd. EUR gefördert.

Sonja Höpfner (KfW)

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