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Engel nehmen Dot.coms wieder ins Visier

Die Stimmungskurve bei den privaten Wagniskapitalgebern in Deutschland zeigt steil nach oben. Das ist das zentrale Ergebnis des jüngsten Business Angels Panels, einer Erhebung der VDI nachrichten. Hintergründe sind der anziehende Aktienmarkt, öffentliche Förderprogramme, ein frischer Wind auf der Exit-Seite und die Hoffnung auf investitionsfreudige Venture Capitalists. Die Zahl neuer Deals stieg kräftig an.

„Endlich ist wieder Bewegung im Markt“, freut sich der Münchener Business Angel Oliver Bücken. „VC-Fonds sammeln wieder mehr Geld ein. Sie beabsichtigen, in Zukunft verstärkt zu investieren.“ Für private Gründungsförderer eröffne dies die Möglichkeit, ihre Beteiligungen Gewinn bringend zu veräußern. „Positive Impulse gibt auch der Hightech- Gründerfonds, eine Initiative von Bundesregierung, KfW, BASF, Deutsche Telekom und Siemens. Sie erlaube es den Geldgebern, gemeinsam mit der öffentlichen Hand und Partnern aus der Industrie zu investieren.

Hoffnungsfroh gibt sich auch Egbert Willam. „Die anziehenden Aktienmärkte sind ein Indiz für den ersehnten Konjunkturaufschwung.“ Davon würden letztlich auch Business Angels profitieren. Der Essener Investor setzt außerdem auf die neue Bundesregierung. „Vielleicht ringt sie sich noch dazu durch, den Wagniskapitalmarkt attraktiver zu machen.“

Ähnlich optimistisch sind offenbar alle 31 Teilnehmer des Business Angels Panels. Im Durchschnitt bewerten sie ihre aktuelle Geschäftslage auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) mit 4,9 Punkten. Das ist der höchste Wert, der in der vierjährigen Geschichte des Panels je erhoben wurde. Auch die geschäftlichen Aussichten erreichen fast ein Rekordniveau. Die durchschnittlich 5,23 Punkte wurden in den bisher untersuchten 16 Quartalen nur drei Mal knapp übertroffen.

Von dieser positiven Bilanz profitieren Unternehmensgründer. Rein rechnerisch ging jeder Business Angel im letzten Quartal des vergangenen Jahres 0,64 neue Beteiligungen ein. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorquartal. Höher war der Wert zuletzt vor drei Jahren. „Die Qualität der Businesspläne hat sich weiter verbessert“, erläutert Business Angel Klaus Viegener. „Die einzelnen Konzepte sind besser durchdacht. Ich kann schnell entscheiden, ob ich investieren möchte. Es ist nicht mehr nötig, laufend irgendwelche Informationen nachzufordern.“ Als weiteren Grund für die Vielzahl neuer Deals vermutet der Sauerländer einen Investitionsstau. „Die vorhergehenden Quartale des Jahres waren recht schwach. Um ihre Zielbudgets zu platzieren, hatten einige Kollegen vielleicht Nachholbedarf. Außerdem gehen die meisten wohl davon aus, dass die Einstiegspreise mittelfristig wieder ansteigen werden.“

Die Zahl der verschickten Businesspläne blieb unterdessen annähernd konstant. Jeden Panelteilnehmer erreichten rund elf Geschäftsideen.

Deutlich gestiegen ist der pro Engel und Quartal investierte Betrag. Er belief sich auf gut 61 000 €. Das sind 12 000 € mehr als in den Monaten Juli bis September. Vom langjährigen Mittel seit Panelstart (knapp 112 000 €) ist die Summe aber noch weit entfernt.

Nur jeder dritte Euro kam frischen Beteiligungen zu Gute. Den Rest heimsten Firmen ein, die sich schon längere Zeit im Portfolio sind.

Im Durchschnitt hat jeder Panel-Teilnehmer 4,8 Beteiligungen unter seinen Fittichen. Das ist die höchste Zahl seit drei Jahren. Sechs Monate zuvor lag sie noch bei 3,7.

Wenig Veränderungen im Vergleich zum Vorquartal gab es bei der durchschnittlichen Beteiligungsgröße. 60 % aller Deals haben ein Volumen von weniger als 10 % des Unternehmenswertes. Mehrheitsbeteiligungen gibt es nach wie vor nicht.

Mehr Beteiligungen und größere Portfolios machen sich an einer Stelle negativ bemerkbar: beim frei verfügbaren Kapital. Durchschnittlich hat jeder Engel 62 % seiner für Angel-Investments vorgesehenen Mittel inzwischen gebunden. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im dritten Quartal.

Die beliebteste Branche der Engel war erneut die Medizintechnik. Gute Chancen auf Wagniskapital aus privater Hand haben außerdem die Anbieter von Neuen Materialien sowie Unternehmen der Life-Science- und EnergieBranche. Aufgestiegen in die Top 5 sind die einst so verhassten Dot.coms. Dabei zählten sie bis Anfang 2005 noch zu den Top-Platzierten auf der Schmähliste. Klaus Viegener führt dies darauf zurück, dass die Bewertungen der einstigen New-Economy-Helden inzwischen auf ein realistisches Maß geschrumpft sind. „Jetzt können endlich auch Business Angels einsteigen.“ Oliver Bücken, Gründer von Buecher.de und Dozent am Gründerzentrum der TU München, ergänzt: „Es gibt einfach immer noch sehr viele Geschäftsmodelle, die sich hervorragend im Internet abbilden lassen. In Seminaren tauchen immer wieder Ideen auf, bei denen man sich fragt, warum keiner vorher darauf gekommen ist.“

Besonders erfreulich ist der frische Wind auf der Exit-Seite. Wo schmerzliche Abschreibungen lange für flaue Stimmung sorgten, wird jetzt endlich Geld verdient: Die Panelteilnehmer meldeten vier Verkäufe an strategische Investoren „Trade Sales“), drei Deals mit anderen Finanzinvestoren („Secondary Purchases“) und einen Rückkauf durch die Gründer („Buy back“). Sogar ein Börsengang wurde gemeldet. Nur eine einzige Beteiligung musste liquidiert werden.

Stefan Asche (VDI nachrichten)

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